Geschichten über und zu                    Ruppertsberg







De "Kracke Fritz"

 

Blickt man von unserem " Schützehaisl" westwärts, hoch zum Waldrand, können ältere Mitbürger und solche Heimatfreunde, die noch ihre Jugendzeit in bester Erinnerung behielten, am dortigen Waldweg,

vom Deidesheimer Mühltal bis hoch zum Schützenhaus und Gaststätte " Pfalzblick", eine Lücke im Baumbestand erkennen.

Dort stand einst " de Kracke Fritz", ein gern besuchter Aussichtsturm. Und ein überaus anziehungsvoller Treffpunkt für Freundschafts-und Liebespaare. Begeisterte Blicke von Einheimischen und Wanderern schweiften über die bekannten Deidesheimer und Ruppertsberger Weinlagen, über die Vorderpfalz, wie bei entsprechendem Wetter der Speyerer Kaiserdom deutlich zu erkennen war.

Dieser wahrhafte stolze Turm aus Sandstein erbaut, stand direkt auf der Gemarkungsgrenze Deidesheim/Ruppertsberg und wurde 1910 vom damaligen Deidesheimer Bürgermeister

Dr. Ludwig Bassermann-Jordan erbaut und diente als Schutz für Wanderer und den Felddienern. Der "Kracke Fritz" war auch ein gern besuchter Treffpunkt für Verlobte und Liebespaare. zumal diese Stätte die einzigste solcher Art in unserer Heimat war. Auch hatte der Turm seinen Mundartnamen "Kracke Fritz" deshalb erhalten, da die Deidesheimer Familie Krack direkt gegenüber einen Weinberg hatte, folglich aus Heimattreue und den vielen Besucher wegen, freiwillige Reinigungsdienste vollzog, oftmals Gastgeber für Gäste aus Ludwigshafen/Mannheim war. Das Symbol vom Deidesheimer/Ruppertsberger Haardtwald ist leider nicht mehr. Der Turm wurde in den Vormittagsstunden des Karfreitags 1945 von einem amerikanischen Panzer, der beschädigt und wieder hergerichtet worden war, als Zielscheibe genutzt und total zerstört.

Der ehemalige bekannte Deidesheimer Heimatfreund Werner Leim, Chef der Deidesheimer Raiffeisenbank und steter Versteigerer des Deidesheimer Geisbockes, hatte sich um und für den Wiederaufbau des "Kracke Fritzes" bemüht, sogar an die amerikanische Botschaft in Berlin ein Bittschreiben für mithilfe geschrieben.

Alle Anregungen für eine Wiederherrichtung dieses Aussichtsturms verliefen ergebnislos. Nur sein Name blieb erhalten. Heute hört man bei heimatlichen Gesprächen immer noch die Deutung: " Hier stand einmal" de Kracke Fritz "!


"Pälzer Schproochbriefung"

 

Vor Jahren gab es noch das "Pfalzinstitut Frankenthal", eine Lehrstätte wo das "Pälzer Sproochdiblom" erworben werden konnte. Der Nachweis, dass die "Pälzer Muddersproch beschdens vertraut is"

 

Auch unser langjähriger Ruppertsberger Freund Raymund Rössler hatte an einem solchen Studium teilgenommen und schriftlich bewiesen, "dass er mit de Pälzer Muddersproch beschdens vertraut is, deshalb den Ehrentiddel "ECHDER PÄLZER" fiehre darf.

 

Unser Freund Raymund hat angeregt, auch unter unseren Mitgliedern diesen Ehrentitel erwerben zu lassen. So soll bei einem nächsten gemütlichen Beisammensein eine solche "Prüfung" stattfinden, wobei unter jeweils drei Wörtern das richtige "Palzwort" zu ergründen ist.

 

Bsp: Deutscher Sekt /Nachttopf/Teigschüssel = "Botschamber"

         Treppenabsatz/Bürgersteig/Hinkefuß  = "Trotwar"

         Feldhüter/Holzschuh/Pfadfinder = "Pädeltreter"


"Schützehaisl" an der Römerstraße

 

Die Kreisstraße 10 - zwischen der Weinstraße / Schützehaisl / und Ruppertsberg - müsste eigentlich " Römerstraße" heißen. An Relikte aus der Römerzeit erinnerte einst ein Gedenkstein unbekannten Alters.

 

So befand sich beim heutigen Ruppertsberg - in direkter Nähe " unseres Schützehaisl´s " ein Knotenpunkt der römischen Heeres-und Verkehrsstraßen von Straßburg und von Speyer/Altrip nach Worms und Mainz. Die Römer hatten dort ein Kastell, eine befestigte Anlage errichtet.

Bereits im 14. Jahrhundert soll dieses Bauwerk eine Ruine gewesen sein.

Wegen der erhöhten Lage wurde es " hohe-Burg" genannt, später hieß die dortige 

Gemarkung/Weinlage " Hoheburg".

Bei späteren Rodungen wurde dort ein Gräberfeld vorgefunden, außerdem in den 

Jahren 1820/1821 römische Glas- und Tongefäße, Grab-und Weihesteine sowie Münzen.

 

An dieser Stätte erinnerte ein auf einer erhöhten Mauer, mit beidseitigen Treppenaufgängen und Geländer ein eingelassener Gedenkstein. Jedoch ist die Inschrift stark verwittert.

 

Immer wieder erreichen die Verbandsgemeinde Anfragen von Betrachtern und Urlaubern, an was dieser Gedenkstein erinnern soll.

Wann dieser Stein gesetzt wurde, ist in Ruppertsberger Unterlagen unbekannt.


Ruppertsberger "Bumbeziener"

 

Dass unser Heimatdorf Ruppertsberg vielfältige Erinnerungen bis in die römische Vergangenheiten aufweisen kann, bestätigen viele Funde verschiedener Arten.

So sieht man auf dem Dorfplatz ( ehemaliger Schulhof ), an der Treppe zum Bürgerhaus, Reste einer Säule, als Römer hierorts sesshaft waren.

Dieses Denkmal stand vorher in der Forstgasse, gegenüber dem Haus Bien / Eingang zum "Stickelpfad" und früher die Figur des heiligen Nepomuk trug.

Dieser Pfad wurde im Volksmund einst "Bumbeziener" genannt, von Nepomucensis abgeleitet.

Die Säule war mit der Inschrift versehen:

" S.JOHANNES/NEPOMUGEN/ORA PRO NOBIS/JOHANN SIEGBECK/ ANNAMARIA BECKERIN/ DEN 04.NOV.1714"

 

Der heilige Nepomuk galt einst u.a als Schutzpatron der Weinberge. Dieses Erinnerungsstück wurde beim Bau der Wasserleitung 1854 bzw. bei der Erneuerung 1968 entdeckt.

 

Als die dortigen Wohnungseigentümer den "Stickelpfad/Bumbeziener" verbreiteten, erhielt der noch erhaltene obere Rumpfteil der "Nepomuk-Säule" am Dorfplatz seine Bleibe.